Freitag, 13. März 2015

3. Station Bürenwerder

Das neu gestaltete Segment Bürenwerder ersetzt das hier zuvor eingesetzte Segment Büttenwarder. Motivation für das neue Segment waren die neuen schlanken Weichen mit Code 75-Profilen von Weinert "Mein Gleis", ...


... die spannende Auseinandersetzung mit dem einstigen Büren, einem teilweise untergegangenen Ortsteil Bremens im Werderland, der im Falle von Mittelsbüren und Osterort von der "Hütte am Meer" überbaut wurde sowie mein Wunsch, die Gleisanlagen der Station etwas zurückhaltender zu bauen.

Dem untergegangenen Mittelsbüren sollte damit auch ein kleines Denkmal gesetzt werden, schlussendlich wurden es dann  zwoeinhalb "Denkmälchen"...

Doch zunächst erreicht die Kleinbahn nach dem Passieren der Kate die kleine Station Bürenwerder. Dafür wurde Auhagens Bahnhof Steinbach 'gekitbasht'. Der Bausatz erhielt eine komplett neue Ziegelfärbung, das Dach wurde mit Dachziegeleindeckung versehen und in weiteren kleineren Details meinem Bedarf angepasst.




Ein GmP durchfährt Bürenwerder mit der hier aktiven T3, die auch den lokalen Verkehr zum Hafen Klingsiel erledigt. Vor der Weiterfahrt zur Küste steigen noch ein paar Fahrgäste zu, ein wenig Stückgut wird umgeladen.





Nachdem der Zug ausgefahren ist, schauen wir uns noch ein wenig auf dem Bahnsteig um.






Die T8 fährt mit zwei Kohlewagen übrigens mit Weinert-Originalkupplungen und -Federpuffern, das funktioniert auf allen Segmenten einwandfrei:

 
Jenseits der Bahnsteigabsperrung ist die Huf- und Wagenschmiede von Diedrich Tietjen. Vorbild war das Werkstattgebäude der Schmiede Tietjen in Grambke, das ich in Ermangelung genauerer Pläne 'free-lance' nachgebaut habe. 


Da fehlt noch der Schmied am Amboss, der eigentlich durch das bewegliche Schiebetor sichtbar sein sollte, Preiser lässt sich mit der Lieferung dieser 2014er Neuheit etwas Zeit... 


Dafür wird schon mal am Kaltblüter französischer Herkunft mit kaltem Eisen Maß genommen.



Links von der Schmiede führt die Straße in den Hintergrund, dort wurde sie auch befestigt. Einst führte sie geradeaus weiter, den Gebäudefronten folgend. Doch seit ein paar Jahren durchschneidet die Nebenbahn zum Hafen Klingsiel den Ort, die Straße musste weichen. Nur noch ein Stichweg führt am Backhaus vorbei (Alwins Miniaturen, mit anderem Dach und patiniert)...


  ... weiter zur größten Hofstelle im Ort, dem Hof 'Mb 25'. Mittelsbüren 25 ist ein weiteres Modell nach konkretem Vorbild: Diese Hofstelle lag einst im Werderland, eine Aufnahme aus dem Buch "Mittelsbüren und das Werderland, Heinrich Hoops, Faksimile-Ausgabe 1986, Johann Heinrich Döll Verlag, Bremen", Bild 63:


Meine Modellnachbildung, ein Bild aus der Bauphase noch ohne die spätere Bepflanzung, welche das Reliefmodell gegen den Hintergrund kaschieren wird:


Der Hof erhielt bei mir ein paar Ausschmückungsdetails, die das Vorbild so nicht hatte: Die "Walkieferpforte" hatte Mb25 nie, wohl aber andere Höfe des Werderlandes, waren doch die Hofstellen oftmals von "Grönlandfahrern", einstigen Walfängern, bewohnt. 
Puristen mögen mir meine freie Interpretation des Themas verzeihen...
Das Storchennest war in Büren oft anzutreffen, auf dem Giebel über der 'groot Dör' von Mb25 sieht es so aus, als sei ein unbewohntes Nest auf dem First, welches in meinem Modell belebt wurde. 



Mein Mb25 ist heute eingebaut hinter großen alten Bäumen der Modellbaum Manufaktur, vom Backhaus kommend folgen wir dem Weg zur Hofstelle, auf dem uns der 'Viech-Doktor' mit seinem Oldsmobile (von Jordan Highway Miniatures) begegnet:


Mb25, wie es sich bei mir präsentiert:










Nebenan, auf dem Grundstück von Mb25, wird eine neue Ankerbalkenscheune gebaut, als Vorbild dienten die Zeichnungen der Ankerbalkenscheune der Hofstelle Mb8, die ich dem Buch "Das alte Büren, bearbeitet von Rudolf Stein, Carl Schünemann Verlag, Bremen 1957", S. 261 entnehmen konnte:


Dabei wollte ich, abseits der tatsächlichen Vorbildverhältnisse, diese Ankerbalkenscheune im Bau präsentieren, mit unfertigen Fachwerk-Wänden, diese teilweise ausgefacht mit Mauerwerk, Flechtwerk und tonversiegeltem Flechtwerk, das Dach mit seiner Windverband-Balkenlage gerade in Reeteindeckung begriffen:


Gebaut wurde das "Modell im Bau" vollständig aus den sehr präzise geschnittenen Eichenholzleisten von Frank Horschigs Massiv-Holz-Werkstatt, das Flechtwerk entstand aus Draht und Serafilfäden, zum Verputzen wurde echter Ton benutzt. Ein Bild aus der Bauphase:



Auf der Rückseite, im jetzigen Zustand kaum sichtbar, mauert einer Ausfachungen mit Echtholzziegeln von KoTol, von diesem Hersteller ist auch das weitere sichtbare Baustellenzubehör:



Auf der Fleetseite der Scheune erkennt man links an der Wand Flechtwerk, das ein weiterer Arbeiter gerade mit Ton verschmiert. Davor ein Bauernwagen, der gerade Reet anliefert, das zwei Reetdecker auf das Dach befördern und an den Stellen seiner weiteren Verarbeitung ablegen. Reetstühle helfen in das Reet gesteckt dem Dachdecker dabei, sich auf der schon fertiggestellten Eindeckung zu bewegen.



In dieser Form vom Betrachter nicht 'live' einzusehen, das Kameraauge macht es möglich, ein Blick durch die Tordurchfahrt ins Innere der Ankerbalkenscheune:

 
Die Scheune liegt an einem Fleet, ein Knecht treidelt einen Kahn zur Anlegestelle am Wasserdurchlass unter der Bahnlinie, um der Hofstelle Mb25 Grasschnitt für's Vieh zu bringen. Die Planke liegt bereit:


Nachdem wir die Gleise auf dem Deichweg gekreuzt haben, fährt eine T9.3 Richtung Klingsiel:


Jenseits der Gleise, links vom Wasserdurchlass, liegt die kleine Lokbehandlung für die T3, die eifrig den Rangierverkehr zum nahen Hafen Klingsiel besorgt, den Milchwagen der örtlichen Bauern zur Molkerei bringt und sich gelegentlich im Streckendienst betätigt:






Auch die T8 wird natürlich hier bekohlt:


Im Hintergrund ist mein letztes "Denkmal" für dieses Segment schon zu erahnen, die Moorkate. Diese ist einem tatsächlichen Vorbild aus dem Teufelsmoor nachempfunden und wurde frei nach einer Kate gebaut, die in historischen Filmauszügen einer NDR-Dokumentation zum Teufelsmoor zu sehen war:



Mehrere Generationen Moorsiedler lebten in diesen Katen, stachen Torf, schifften ihn nach Bremen, Bremerhaven oder Stade, bevor ihr Land zu dem fruchtbaren Weideland wurde, als das es sich heute zu großen Teilen darstellt.
"Den Eersten sien Dod, den Tweeten sien Not, den Drütten sien Brod."

Meine Kate hat einen kleinen Pferch für ein Bentheimer Schwein, ein paar Hühner picken vor der Kate, weiter hinten ist die einzige Ziege der Familie angebunden. 






Im kleinen Nutzgarten baut die Familie ihr Gemüse an, die obligatorischen Buchweizenfelder sind "nicht im Bild".


Im Vordergrund ein typischer Schiffschauer, in diesen wurden die Kähne der Torfbauern untergebracht, wenn sie nicht benötigt werden:




Aus der Bauphase der Kate hier noch Detailaufnahmen der Szenen rund um die Kate, mit "echtem" Hintergrund:
 


Die Gleise zwischen Kate und der Lokbekohlung führen weiter auf das nächste Segment mit dem Zweiständerhof, zunächst vorbei an der Dörpschool, Pferdekoppeln und Kuhweiden. Dem Dachdecker auf dem First der Ankerbalkenscheune bietet sich diese Aussicht:


Ein letzter blick zum nächsten Segment auf die Dörpschool hinter der Moorkate: