Freitag, 9. August 2013

4. Der Bauernof auf dem Ecksegment

Als zweites Element entstand im Winter 2010/11 dieses etwas mehr Fläche (in der Tiefe) bereitstellende Eckelement. Auf einer Warft steht ein niederdeutsches Hallenhaus in Form eines Zweiständerhauses von Kibri (derzeit nur als weiß getünchtes "Ostfriesenmuseum" im Sortiment) und wird von einem Milchbauern und seiner Familie genutzt, eine Magd ergänzt die Familie. Mein Bau wurde mit einem selbst gefertigten Reetdach aus Schaumstoff, Farben und feinem Turf ausgestattet, ganz ähnlich dem, welches auch die Kate hat.

Unsere Bahn fährt aus Bürenwerder kommend zunächst an Koppeln vorbei, ein paar Pferde stehen hier. Auch ist hier die Milchsammelstelle, die tatsächlich noch von der Bahn bedient wird. 

Neu hinzugekommen ist in 2016 auf der rechten Seite die Dörpschool. Ein kleines Schulhaus mit einem Klassenraum, der eingerichtet und beleuchtet ist. Daneben die Lehrerwohnung mit kleinem Stall für Pferd und Kleinvieh. Aus Bürenwerder kommend bietet sich zunächst dieser Blick, der Lehrer steht vor der Tür:



Ein Blick zurück auf die Rückseite des Hauses offenbaren pickende Hühner und ein paar Gänse im Pferch, früher die übliche Selbstversorgerpraxis auf dem Land:

 

Noch weiter zurück erkennen wir die Moorkate, die wir nach der Station Bürenwerder passiert hatten:

 
Eine gepflasterte Straße kreuzt die Bahn unmittelbar dahinter, die Bahn überquert dann ein Fleet und wechselt in einem weiten Linksbogen in den Hintergrund. 

Von hier zurück geblickt haben wir einen Blick auf die Stirnseite der Dörpschool:
 


 
Noch zwei Fotos der Szene in der Dämmerung mit Licht im Klassenzimmer:




Links von hier die zum Hof gehörenden Milchviehweiden, rechts zunächst ein weiteres Fleet, dann ehemaliges Moor, auf dem aber schon Moorbirken gedeihen. Im Hintergrund eine Weide im Schwemmland, welche nur im Sommer genutzt werden kann. Derzeit ist hier noch kein Vieh, nur ein paar Rehe äsen hier. Und der "Schimmel im Blockland" steigt... ;-)

Setzen wir unseren Rundgang fort. Hier kreuzt von rechts die Bahn aus Bürenwerder auf ihrem Weg nach Klingsiel den gepflasterten Weg, im Hintergrund rechts steht nun die Dörpschool, auf diesem und den folgenden älteren Bildern noch nicht. Rechts am Bildrand noch die Weidezäune der Pferdekoppel und die Milchsammelstelle. Ein paar gefüllte Kannen warten auf die T3 und den klapprigen Wärmeschutzwagen:

 
Anschließend eines der hier zahlreichen Fleete zum Entwässern ehemaligen Moor- und Marschlandes, ein paar Gänse des Hofes nehmen ein erfrischendes Bad an diesem warmen Frühsommertag:


Ein Blick auf die Stallfront unseres Hofes: Wir sehen das Schwiegermonster des Milchbauern die Hühner füttern:


Die Magd grüßt an der Brücke über das Fleet zum Hof ihren heimlichen Liebhaber, beide dürfen sich aber mehr (noch) nicht nähern. Sie bringt noch eine Milchkanne zur Milchsammelstelle:


Die Bäuerin und Mutter der drei Kinder (ein Sohn, der älteste, sowie zwei jüngere Töchter, die wir alle noch sehen werden). Sie melkt, die Milch muss zur Molkerei, doch außer ihr und der Magd scheinen sich die anderen (der Milchbauer und seine Kinder) dem Müßiggang hinzugeben...


Sohnemann steht an der Brücke übers Fleet und beschäftigt sich mit dem Hofhund:


Die Töchter finden die Hasen "ach so niedlich", sie ahnen nicht, dass diese eigentlich als "ach so lecker" dienen werden:


Noch eine Gesamtansicht des scheunenseitigen Teils des Hofes mit der groot Dör: 


Naja, der Milchbauer ist schwer beschäftigt, er erwartet schließlich Heu der ersten Maht von seinem Bruder, der über einige trockene Wiesen auf der Geest verfügt und unseren Milchhof beliefert. Dabei lernen wir auch gleich die andere Giebelseite, die des Wohntracktes, kennen:



Wir starten einen Rundgang über den Hof. Wo Vieh ist, wird auch jede Menge Mist produziert:


Die zuvor erwähnte Schwiegermutter des Milchbauern bei der Geflügelmast:





















Allerlei Dinge des täglichen Gebrauchs stehen unter dem vorspringenden Reetdach und der angrenzenden Linde: Torf zum Heizen, Kartoffelkisten (ein solcher Acker für die für gute norddeutsche Bratkartoffeln benötigte festkochende Variante dieser edlen Knolle besitzt der Milchbauer, wie auch sein Pflug vor der Stallseite des Hofes verrät):

 
Das weitere Umfeld des Hofes: Jenseits des Gleises stehen ein paar Moorbirken, untrügliches Zeichen, dass einst sumpfiges Land abtrocknet:


Ein weiteres Fleet trennt diesen Bereich von den Schwemmlandwiesen im Hintergrund. Ein Nadelsteg überspannt den Fleet, eine beispielsweise in den Wümmewiesen früher häufig anzutreffende Behelfsbrücke. Sie erleichterte den Menschen das Queren der Gräben. Ansonsten war der 'Pulsstock' oder 'Paddstock' fällig, um sich mit Schwung über die Gräben zu schwingen...


Diese Höge oder Nadelstege waren übrigens auch 'in echt' recht windschiefe Konstruktionen, wie uns ein Bild (Nr. 24, Landesbildstelle Bremen) aus den Oberneulander Wümmewiesen verrät, entnommen aus Sophie Hollanders: Oberneuland, Bilder aus alten Truhen, Johann Heinrich Döll Verlag 1996, (die Originalausgabe erschien gemäß Vorwort wohl 1981):


Zwischen Hofwarft und Schwemmland führt unsere Kleinbahn im weiten Bogen vorbei:


Die Bäume und Sträucher stammen größtenteils von der Modellbaum Manufaktur Manfred Grünig. Gräser, Laub usw. usf. stammen von den "üblichen Verdächtigen" Heki, Noch und MiniNatur/Silhouette. Und die Erde darunter und auf allen sichtbaren Flächen rund um den Hof, aber auch auf allen anderen Segmenten unter dem Bewuchs ist echte sandig-torfige Erde aus den Wümmewiesen. Sie wurde gesammelt, im Ofen bei 80°C getrocknet und entkeimt und abschließend in einer alten elektrischen Kaffeemühle fein gemahlen. Nichts sieht so echt aus wie das Original, wie wir später beim Torf auch noch sehen werden.

Die Gewässer sind mit Noch Zweikomponenten Gießharz entstanden.

Achso, der Schimmel im Blockland steigt, wer ihn nicht kennt, lese in den Bremer Sagen und Geschichten...!
 

Die Bahn wird als nächstes die Nordgaster Mühle erreichen, untrügliches Zeichen, dass wir dem Zielort der Kleinbahn, Klingsiel, immer näher kommen!